Mobbing ist keine Kleinigkeit

MIKK
Mobbing ist keine Kleinigkeit
Willkommen bei MIKK!
Mobbing ist keine Kleinigkeit, und nichts, unter dem du still und einsam leiden musst. Auf dieser Website findest du neben allgemeinen Informationen zum Thema „Mobbing in der Schule“...
...Tipps und Hinweise für Schülerinnen und Schüler
...Ratgeber für Lehrpersonen und Eltern
...ein Forum zum anonymen Austausch mit anderen Betroffenen
...sowie Links für weitere Informations- und Hilfsstellen.

Das Widerliche an Mobbing ist,
dass man Menschen
um ihre Selbstwahrnehmung bringt.
Esther Klepgen

Was ist Mobbing?
Ein Mensch, der andere mobbt, verteidigt seine Handlungen oft mit der Aussage: „Das ist doch nur Spaß. Die sollen nicht alle so empfindlich sein.“
Von Mobbing spricht man, wenn folgende Kriterien erfüllt sind:
1.) Du wirst beleidigt, ausgelacht, geärgert oder ausgeschlossen.
2.) Diese Dinge passieren wöchentlich oder noch öfter, über einen Zeitraum von mehreren
Wochen.
3.) Diejenigen, die dir das antun, sind Kinder oder Jugendliche, die du regelmäßig siehst, zum Beispiel Mitschülerinnen und Mitschüler.
4.) Du hast Probleme damit, die Situation aus eigener Kraft zu ändern.
Mobbing kann auf verschiedene Arten stattfinden. Auf der verbalen Ebene, wenn du mit Worten beleidigt wirst; auf der körperlichen Ebene, wenn du körperlich verletzt wirst; und auf der psychischen Ebene, wenn du ausgeschlossen und gedemütigt wirst.
Manchmal mobben Täter ihre Opfer unauffällig im Verborgenen, manchmal passiert es in der Öffentlichkeit. Es gibt die Mobber, die Mitläufer, die Wegschauer, und die Opfer. Wobei es für "die Opfer" einen besseren Begriff gibt: die Überlebenden. Denn wer einmal Mobbing mitgemacht hat, weiß, was es heißt, jeden Tag im Überlebensmodus hinter sich zu bringen.
Wenn Mobbing online passiert, zum Beispiel auf sozialen Netzwerken, spricht man von „Cyber-Mobbing“.

Welche Folgen kann Mobbing haben?
Die Verletzungen, die Mobbing anrichten kann, sind nicht immer von außen sichtbar. Wie man auf Mobbing reagiert, hängt von vielen Faktoren ab. Ohne Folgen bleibt es aber nie.
Mögliche körperliche und psychische Folgen von langfristigem Mobbing können sein:
Kopfschmerzen und verschlechterte Konzentration
Bauchschmerzen und Übelkeit
Appetitlosigkeit und Essstörungen
Schlafstörungen und Albträume
Selbstzweifel und Einsamkeitsgefühle
Panikanfälle und Angststörungen
Selbstmordgedanken bis hin zum Suizid
Patricia McDougall von der University of Saskatchewan und Tracy Vaillancourt von der University of Ottawa haben 2015 in einem Artikel einer Fachzeitschrift der American Psychological Association mehrere Studien zusammengefasst, die sich mit den Folgen von Mobbing beschäftigen. Diese Studien zeigen unter anderem auf, dass Menschen, die in ihrer Kindheit und Jugend wiederholt gemobbt wurden, als Erwachsene ein höheres Risiko für selbstverletzendes Verhalten, Suizid-Gedanken und Selbstmordversuche aufweisen als jene, die nicht gemobbt wurden. Weitere Folgeschäden von Mobbing können Angststörungen, Depressionen und ein erhöhtes Auftreten psychosomatischer Beschwerden sein. Ehemalige Opfer von Mobbing weisen ein erhöhtes Suchtrisiko auf, vor allem Nikotin und Alkohol betreffend, sowie Bindungsängste in späteren Partnerschaften.
Natürlich treten nicht bei allen Mobbingopfern alle Folgeschäden auf, aber es werden in jedem Fall Wunden bleiben, die geheilt werden müssen. Es ist sehr wichtig, dass Kinder und Jugendlichen das Erlebte verarbeiten können, beispielsweise im Gespräch mit Eltern, Freundinnen und Freunden, oder anderen Vertrauenspersonen. Sehr oft hilft auch der Austausch mit Menschen, die Ähnliches durchgemacht haben, zum Beispiel in Selbsthilfegruppen. Manchmal kann die professionelle Hilfe eines Kinder- oder Jugendtherapeuten die richtige Wahl sein, damit der oder die Betroffene das Trauma verarbeiten und so damit abschließen kann.

Was sagt das Gesetz dazu?
Der Umgang mit den Tätern ist in erster Linie immer Sache der Schule. Die Lehrpersonen und die Direktion entscheiden, welche Konsequenzen es für die Mobber gibt.
Bleiben die von der Schule gesetzten Konsequenzen ohne Ergebnis, kann der Schüler oder die Schülerin laut §49 des Schulunterrichtsgesetzes vom Unterricht suspendiert werden, für eine maximale Dauer von vier Wochen.
Auf das Strafrecht wird erst dann zurück gegriffen, wenn alle Lösungsversuche seitens der Schule gescheitert sind. Täter, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind nicht strafbar.
Anders sieht es aus, wenn die Mobber 14 Jahre oder älter sind. Hier gibt es für das Opfer die Möglichkeit einer zivilrechtlichen Unterlassungsklage. Wenn das Mobbing eine psychische Erkrankung zur Folge hat, wie zum Beispiel Depressionen, sind auch Schadenersatzansprüche möglich. Auf diese beiden Möglichkeiten kann ebenfalls zurückgegriffen werden, wenn die Täter unter 14 Jahre alt sind, allerdings haften diese dann nicht selbst, sondern ihre Eltern, falls nachgewiesen werden kann, dass diese ihre Aufsichtsplicht verletzt haben.
Cybermobbing ist seit dem 1. Jänner 2016 strafbar. Vor allem in diesem Fall können bei unter 14-Jährigen die Eltern der Täter sofort zur Verantwortung gezogen werden: Immerhin haben sie ihrem Kind ein Smartphone oder Ähnliches inklusive Internetanschluss zur Verfügung gestellt. Es ist ihre Pflicht, dass sie ihr Kind über den Umgang damit aufklären, und überprüfen, ob ihr Kind sich an diese Vorgaben hält. Besonders, wenn sie von der Schule bereits über das Fehlverhalten ihres Kindes im Netz informiert wurden.
Cybermobber, die 14 Jahre oder älter sind, können strafrechtlich selbst zur Verantwortung gezogen werden. Hier drohen Geld- oder sogar Freiheitsstrafen. Wer beispielsweise mit dem Handy demütigende Bilder oder Nachrichten einer anderen Person an eine Gruppe schickt, kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr bestraft werden. Betrifft es Nacktfotos, kann sogar eine Strafanzeige wegen pornographischer Darstellung Minderjähriger folgen.
Kontakt
Diese Website ist ein lebendiges Projekt im Aufbau. Du hast Fragen oder Anmerkungen? Egal ob Schüler, Elternteil, Lehrerin oder Anwalt, konstruktive Kritik ist erwünscht und wird von uns ernst genommen.
Oder bist du Mobbing-Opfer und weißt nicht, mit wem du darüber reden sollst? Schreib uns eine E-Mail, wenn du einen Kummerkasten brauchst.
